Mittwoch, 16.10.2019 04:02 Uhr

«Yes we Care!»: Die Schweiz im Frauenstreik

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 17.06.2019, 14:02 Uhr
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Zürich [ENA] «Yes we Care!»: Die Schweiz im Frauenstreik - In und um Zürich fanden am Frauenstreik weit über 100 Aktionen statt. Bis zu 160'000 machten mit Zürich, kurz nach Mitternacht. Holzratschen klappern in die Nacht, Pfannen scheppern, ein Chor von Stimmen setzt ein. Um die 100 Frauen und einzelne Männer marschieren vom Goldbrunnenplatz zur Tramhaltestelle. Sie singen «Es wott es Froueli z’streike gaa»,

von den anliegenden Häusern treten Anwohner auf die Balkone. Sie gaffen auf die Strasse, einer zeigt den Frauen vom Balkon aus dem Vogel, immer wieder tippt er mit dem Zeigefinger an die Schläfe. Unten, auf der Strasse, bleiben Nachtschwärmer stehen, beobachten die Szenerie. Eine Aktivistin stellt sich dazu, erklärt den Anlass des Lärms: Es ist Frauenstreik, der zweite landesweite nach der Premiere vor 28 Jahren. Die Streikfrauen betreten die Tramgleise, unterbrechen den Verkehr. Manche tragen violette Glarnertücher um den Hals, andere Augenmasken aus Spitze. Die Frauen und ihre Arbeit sichtbar machen, darum geht es beim Frauenstreik. Und darum, den Frauen Gehör zu verschaffen. In der Langstrasse, wenige Gehminuten entfernt vom

Goldbrunnenplatz, hupen sich Autokorsos durch die Strasse. Auf dem Helvetiaplatz ist kein Durchkommen mehr. Stundenlang strömen Menschen herbei. Bis um acht, als die Schlusskundgebung des Frauenstreiks stattfindet, sind es über Hunderttausend. Frauen vor allem, natürlich, aber auch Männer beteiligen sich an der friedlichen und fröhlichen Demonstration. Dass diese riesig wird, zeichnet sich schon am Nachmittag ab, als sich die Teilnehmerinnen zwischen Central und Rudolf-Brun-Brücke besammeln. Sie kommen aus allen Richtungen, es hört nicht auf, bis zum Hauptbahnhof erstreckt sich die bunte Menschenmenge. Die vorherrschende Farbe ist Violett. Um Viertel nach fünf startet die Demonstration mit etwas Verspätung.

Der Applaus ist gross, als das Polizeiauto anfährt. Bis sich der hinterste Teil des Umzugs in Bewegung setzen kann, dauert es fast eine halbe Stunde. Langsam bewegt sich die Hunderte Meter lange Menschenschlange durch die Innenstadt. Frauen jeden Alters und mit unterschiedlichsten Anliegen laufen mit, viele tragen selbst gemachte Plakate. Da ist die junge Frau, die einzig das Wort «Gleichwertig» auf einen Karton Hinzu komme, dass die Pflege als «Frauenberuf» zu wenig wertgeschätzt werde. geschrieben hat. Eine andere warnt: «Nett war gestern.» Eine Gruppe skandiert: «Rauf mit den Frauenlöhnen, runter mit den Boni!» Und eine Gruppe von Gastronominnen ruft: «Hört auf zu stressen, sonst gibts nichts zu fressen!»

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